In unserem letzten Bericht „Solarprojekte Cuba 2026: Material auf dem Weg – trotz US-Blockade“ konnten wir schreiben: Das Material ist unterwegs. Trotz der verschärften US-Blockade, trotz des Rückzugs großer Reedereien aus dem Cubaverkehr und trotz wachsender rechtlicher Risiken für Handelspartner hatten wir gemeinsam mit unseren Partnern frühzeitig gehandelt. Die Container waren gepackt, verschifft und sollten am 9. Juli im Hafen von Mariel entladen werden.
Jetzt hat uns Trumps Sanktionspolitik unmittelbar bei der Anlieferung von dringend benötigtem Material für unsere Solar- und Solidaritätsprojekte in Cuba getroffen.
Vier Container konnten nicht wie geplant entladen werden
Die vier Container mit Waren für zahlreiche Projekte, insbesondere für Kinderkrankenhäuser sowie für das cubanische Filminstitut ICAIC, sollten am 9. Juli in Mariel entladen werden. Kurz vor der geplanten Entladung wurde jedoch das vorgesehene Entladeterminal von neuen Sanktionen erfasst. Damit war eine Abfertigung dort nicht mehr möglich.
Aber auch dafür gibt es eine Lösung: Die bereits auf dem Weg befindliche Lieferung kann an einem anderen Terminal neu angeliefert und dort entladen werden. Nach aktuellem Stand ist dies erst am 3. August möglich. Aus einer geplanten Entladung Anfang Juli wird damit eine Verzögerung von mehreren Wochen – ausgelöst nicht durch technische Probleme, nicht durch fehlende Vorbereitung, sondern durch die Ausweitung der US-Sanktionspolitik auf die internationale Logistik.
Was abstrakt „Blockade“ heißt, wird hier ganz praktisch spürbar
Genau davor hatten wir im letzten Artikel gewarnt: Die US-Blockade trifft nicht nur staatliche Stellen, sondern auch Krankenhäuser, Bildungseinrichtungen, Kooperativen und kulturelle Einrichtungen. Sie trifft Menschen, die auf stabile Stromversorgung angewiesen sind. Sie trifft Projekte, die helfen sollen, Cuba unabhängiger von Diesel, Heizöl und brüchigen Lieferketten zu machen.
Die jetzt verzögerte Lieferung ist dafür ein besonders deutliches Beispiel. In den Containern befindet sich Material, das für viele konkrete Vorhaben bestimmt ist: für die Energieversorgung in Kinderkrankenhäusern, für medizinische Einrichtungen, für die Aufrechterhaltung wichtiger Infrastruktur und für Projekte wie die geplante netzunabhängige Stromversorgung beim ICAIC in Havanna. Jede Woche Verzögerung bedeutet: Anlagen werden später aufgebaut, Einrichtungen müssen länger mit Stromausfällen umgehen, und dringend benötigte Entlastung kommt später an.
Diese Entwicklung zeigt, wie weitreichend die Folgen der Sanktionspolitik sind. Es geht nicht nur um Handelsstatistiken oder diplomatische Erklärungen. Es geht um Container, die nicht entladen werden dürfen. Es geht um Krankenhäuser, die auf Solartechnik warten. Es geht um Kinder, Patientinnen und Patienten, Studierende, Kulturschaffende und Beschäftigte, deren Alltag von einer politischen Entscheidung in Washington mitbestimmt wird.
Unsere Antwort: dranbleiben, umplanen, weitermachen
So ärgerlich und politisch skandalös diese Verzögerung ist: Die Lieferung ist nicht verloren. Die Container sind weiterhin unterwegs. Die Entladung wird neu organisiert. Unsere Partner arbeiten daran, die Fracht über ein anderes Terminal abzufertigen und die Projekte danach so schnell wie möglich fortzuführen.
Gerade jetzt bestätigt sich die Entscheidung, die wir im letzten Artikel beschrieben haben: Wir müssen vorausschauend planen, Material bündeln, Transportwege frühzeitig sichern und mit Partnern zusammenarbeiten, die auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleiben. Die Blockade macht jedes Projekt komplizierter, teurer und unsicherer. Aber sie macht unsere Arbeit nicht weniger notwendig – im Gegenteil.
Die Solarprojekte von InterRed, AMCA, LAGG und den cubanischen Partnern sind praktische Solidarität. Sie schaffen Strom dort, wo er dringend gebraucht wird. Sie verringern die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Sie unterstützen Krankenhäuser, Bildungseinrichtungen und kulturelle Institutionen. Und sie zeigen: Internationale Zusammenarbeit lässt sich nicht einfach durch Sanktionslisten zum Schweigen bringen.
Solidarität wird jetzt noch wichtiger
ie erneute Verzögerung macht deutlich, womit Cuba und alle, die solidarisch mit Cuba zusammenarbeiten, konfrontiert sind. Eine Lieferung für Kinderkrankenhäuser und soziale Projekte wird nicht deshalb erschwert, weil sie gefährlich wäre, sondern weil eine völkerrechtswidrige Sanktionspolitik immer neue Hindernisse auch für humanitäre Hilfe schafft. Das ist unmenschlich, verantwortungslos und politisch gewollt.
Wir werden weiter informieren, sobald die Container am neuen Terminal entladen sind und der Weitertransport zu den Projekten beginnt. Bis dahin gilt: Unsere Solidarität darf nicht warten. Jede Unterstützung hilft, Verzögerungen aufzufangen, Mehrkosten zu bewältigen und die Solarprojekte in Cuba weiter voranzubringen.
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