Solidarität – schneller und stärker zusammen

Europäische Solidarität beschleunigt konkrete Energieprojekte in Cuba: Gemeinsam können wir die nächsten Schritte der Kampagne „Energie fürs Leben“ finanzieren und dafür sorgen, dass Solarstrom dort ankommt, wo er dringend gebraucht wird.

InterRed und LAGG blicken auf eine mehrjährige Geschichte der Solidarität mit Cuba zurück. Seit 2021 realisieren beide Vereine Solarprojekte auf der Insel. Dabei sammelten wir Erfahrungen mit Lieferanten, bauten belastbare Kontakte zu Partnern vor Ort auf und erweiterten ab 2024 die Zusammenarbeit mit zahlreichen europäischen Gruppen und Organisationen. Diese breitere Koordination hat es ermöglicht, die Zahl der Solarprojekte deutlich zu erhöhen.

Den ersten Schritt in diese breitere Zusammenarbeit machte InterRed vor zwei Jahren mit der Schweizer Organisation AMCA und dem europäischen Netzwerk mediCuba-Europa. Unser Beitrag zu den Sonnenenergieprojekten der Lateinamerikanischen Hochschule für Medizin ELAM in Havanna trug gemeinsam mit Zuschüssen verschiedener anderer Gruppen dazu bei, dass dort heute gut 200 kWp Solarstromkapazität zur Verfügung stehen. Während der Tagesstunden deckt diese Leistung über 50 Prozent des Strombedarfs.

Aufbau der Solaranlage der Lateinamerikanischen Hochschule für Medizin ELAM in Havanna.

Projekte dieser Größenordnung wären von einzelnen Gruppen kaum zu stemmen gewesen oder nur über lange Zeiträume und mit erheblichem Aufwand. Entscheidend für die Dynamik der europäischen Kampagne „Energie fürs Leben“ war die koordinierte Finanzierung durch mehrere Gruppen aus Europa. In Deutschland beteiligen sich daran unter anderem Karen e.V. aus Berlin und die Humanitäre Cubahilfe (HCH) aus Bochum. Eng verbunden ist diese Arbeit mit mediCuba-Europa und AMCA in der Schweiz, wo weitere Beiträge aus Spanien, Italien, Irland, Luxemburg, Österreich, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Griechenland und anderen Ländern gebündelt werden. So werden größere Projekte schneller möglich.

Nach der Ankunft von gleich sechs Containern Mitte September werden derzeit Solaranlagen in mehreren Einrichtungen aufgebaut: im Kinderherzkrankenhaus und in der Notfallaufnahme des Kinderkrankenhauses William Soler, im Kinderkrankenhaus Juan Manuel Márquez, in der Klinik für Autismus Borrás-Marfán und im Tropeninstitut Pedro Kourí. Gebündelte Transporte sparen Zeit und Kosten. Davon profitieren auch das InterRed-Projekt im Filminstitut ICAIC und die LAGG-Vorhaben in medizinischen Betrieben.

Im Provinzkrankenhaus Faustino Pérez in Matanzas sollen mit luxemburgischen und schweizerischen Geldern noch vor Jahresende insgesamt 240 kWp Solarleistung sowie eine Batterie für Intensivstation und OPs Strom produzieren. Das Kinderkrankenhaus im ArbeiterInnenviertel „El Cerro“ in der Hauptstadt soll im ersten Quartal 2027 dank einer 180-kWp-Solaranlage mit Batterie für priorisierte Bereiche energetisch weitgehend unabhängig sein. Neben InterRed sind an diesem Projekt bislang solidarische Gruppen aus Italien, Österreich, der Schweiz und Deutschland beteiligt. Zwei wichtige Schweizer Gewerkschaften rufen ihre Mitglieder zur Unterstützung auf; eine gewerkschaftliche ArbeiterInnenbrigade wird beim Aufbau mit Hand anlegen.

Mit insgesamt gut 1800 kWp installierter und zugesagter Solarleistung hat dieses solidarische Netzwerk seit 2025 Erstaunliches zustande gebracht. Rechnen wir die rund 1000 kWp installierte Kapazität von LAAG und die bis 2024 von InterRed gebauten 230 kWp hinzu, können wir nach Abschluss der laufenden Projekte kollektiv auf das Erreichen von 3000 kWp installierter Leistung anstoßen.

Auch die Blutbank der Hauptstadtregion soll möglichst bald energetisch autonom werden. Um die Versorgungssicherheit dieses unabdingbaren „Rohstoffs“ für das Spitalnetz der gesamten Hauptstadtregion zu gewährleisten, sind zwei hybride Anlagen mit je 55 kWp und Batterien vorgesehen. Drei Organisationen von den Kanarischen Inseln, aus der Schweiz und aus Spanien wollen mit Spenden rund die Hälfte des benötigten Betrags von etwa 240.000 Euro mitfinanzieren. Sobald 50 Prozent der Kosten für die erste Anlage gesichert sind, wird sie bestellt; nach sechs bis sieben Monaten kann die solidarische „Energie fürs Leben“ dort zu fließen beginnen.Europäische Zusammenschlüsse geben unseren Projekten Tempo und Reichweite. Doch ohne Spenden kommen sie nicht zustande. Wer unsere Kampagne „Energie fürs Leben“ unterstützt, hilft mit, die nächste Anlage auf den Weg zu bringen und solidarische Infrastruktur in Cuba konkret aufzubauen.


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